Grasshopper Toolbox

Die Grasshopper Toolbox erklärt zentrale Komponenten, Datenlogik und typische Node-Kombinationen. Sie hilft, Definitionen lesbar aufzubauen, Datenstrukturen zu verstehen und passende Komponenten schneller zu finden.

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Beschreibung

BESCHREIBUNG & VERWENDUNG

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KATEGORIE OBEN AUSWÄHLEN

WANN WELCHE NODE?

  • Brauchst du eine Kurve? → Curves.
  • Fläche? → Surfaces.
  • Punkt im Raum? → Params/Point.
  • Zahlen rechnen? → Maths.
  • Daten sortieren oder filtern? → Lists/Sets.
  • Bewegung und Wiederholung? → Transform.
  • Verschnitt oder Boolesche Operationen? → Intersect.

TYPISCHE REIHENFOLGE

  • 1. Geometrie erzeugen: Curves, Surfaces oder Params.
  • 2. Geometrie vervielfältigen: Transform oder Lists.
  • 3. Geometrie verarbeiten: Intersect oder Boolean.
  • 4. Ergebnis ausgeben: Display oder Bake.
  • Daten fließen in Grasshopper meistens von links nach rechts.

DATA TREE LOGIK

  • Grasshopper arbeitet mit Datenbäumen.
  • Ein Baum hat Branches mit Pfaden wie {0;0} oder {0;1}.
  • Flatten macht alle Äste zu einer einzigen Liste.
  • Graft gibt jedem Item einen eigenen Ast.
  • Path Mapper erlaubt volle Kontrolle über die Baumstruktur.

FEHLERSUCHE

  • Rote Node = Fehler.
  • Orange Node = Warnung.
  • Rechtsklick auf Node → „Show Error" für Details.
  • Param Viewer zeigt die Baumstruktur an.
  • Panel auf Ausgabe setzen, um Werte zu lesen.
  • Wire-Farbe: grau = Zahlen, weiß = Geometrie, orange = Liste.

RECHTSKLICK-TIPPS

  • Rechtsklick auf Input-Parameter: Flatten, Graft oder Simplify direkt setzen.
  • Rechtsklick auf Node: Bake, Preview on/off oder Wire Display.
  • Bake überträgt Geometrie dauerhaft nach Rhino.
  • Rechtsklick auf Canvas öffnet das Suchfeld für schnelles Finden.

BAKE & PREVIEW

  • Preview (Auge-Icon) schaltet die Viewport-Vorschau ein oder aus.
  • Bake überträgt Geometrie dauerhaft nach Rhino.
  • Custom Preview gibt Geometrie eine eigene Farbe.
  • Groups ordnen zusammengehörige Bereiche.
  • Cluster helfen, komplexe Definitionen zu strukturieren.

WIRES & VERBINDUNGEN

  • Wires verbinden Outputs mit Inputs.
  • Grau = Einzelwert, weiß = Liste, doppelt = Baum.
  • Mehrere Wires in einen Input: Shift beim Verbinden halten.
  • Wire löschen: Alt + Klick auf den Input.
  • Relay-Nodes halten große Definitionen übersichtlich.

SHORTCUTS MERKEN

  • Tab = Suchfeld öffnen.
  • Strg+W = Wire-Sichtbarkeit.
  • Strg+Z = Rückgängig.
  • Leertaste = Pan.
  • Scroll = Zoom.
  • Doppelklick auf Canvas = Suchfeld.
  • F1 = Help.
  • Strg+S = Speichern.
  • Strg+A = Alles auswählen.
CANVAS & NAVIGATION

Canvas bewegen

Doppelklick LMBSuchfeld öffnen Mitteltaste + DragCanvas verschieben (Pan) ScrollZoom In/Out Strg + Shift + QCanvas zentrieren / zurücksetzen

Auswahl

Strg + AAlles auswählen Shift + KlickZur Auswahl hinzufügen EscAuswahl aufheben Alt + DragNode kopieren beim Ziehen

Datei & Undo

Strg + ZRückgängig Strg + YWiederholen Strg + SSpeichern Strg + Shift + SSpeichern unter Strg + C / VKopieren / Einfügen Del / BackspaceAuswahl löschen

Sonstiges

F1Hilfe öffnen QWire-Sichtbarkeit umschalten
NODES & WIRES

Wires verbinden

Drag auf InputWire verbinden Shift + Drag auf InputZusätzlichen Wire hinzufügen Alt + Klick auf WireWire trennen

Rechtsklick auf Input

Rechtsklick → FlattenDaten einebnen Rechtsklick → GraftJeden Item in eigenen Ast Rechtsklick → SimplifyBaumstruktur vereinfachen

Rechtsklick auf Node

Rechtsklick → BakeGeometrie nach Rhino übertragen Rechtsklick → PreviewViewport-Vorschau ein/aus Rechtsklick → DisableNode deaktivieren Rechtsklick → EnableNode aktivieren
Wire-Farben:
Grau = Einzelwert
Weiß = Liste
Doppelt = Datentree
Orange / Rot = Fehler
SOLVER & CLUSTER

Solver steuern

Menü → Solution → DisableAutomatik-Solve pausieren Data DamSolver manuell starten

Cluster

Rechtsklick → ClusterAuswahl zu Cluster Doppelklick auf ClusterCluster öffnen / bearbeiten
Performance-Tipp: Preview an nicht benötigten Nodes ausschalten. Data Dam vor rechenintensiven Abschnitten einsetzen. Panels nicht zu viele gleichzeitig aktiv lassen.

Eingabe-Nodes

Number SliderZahlenwert mit Bereich Boolean ToggleTrue / False Schalter Value ListDropdown-Auswahl Gene PoolArray von Slidern Graph MapperWerte über Kurve remappen ScribbleText-Notiz auf Canvas
GRUNDKONZEPTE

Node / Komponente

Eine Verarbeitungseinheit in Grasshopper. Hat Eingaben (links), eine Funktion (Körper) und Ausgaben (rechts). Nodes werden über das Suchfeld oder die Ribbon-Tabs gefunden und auf den Canvas gezogen.

Wire / Verbindung

Eine Linie zwischen zwei Nodes, die Daten transportiert. Grau = Einzelwert, Weiß = Liste, Doppelt = Datentree. Mit Shift können mehrere Wires in einen Input geleitet werden.

Canvas

Die Arbeitsfläche von Grasshopper. Hier werden Nodes platziert und verdrahtet. Der Canvas hat keinen festen Maßstab – navigieren mit Scrollen (Zoom) und Leertaste+Drag (Pan).

Solver

Das Rechenmodul, das bei jeder Änderung alle Nodes neu auswertet. Kann mit „Lock Solver" pausiert werden. Data Dam erlaubt manuelles Auslösen einzelner Berechnungsschritte.

Parameter

Spezielle Nodes, die Daten halten oder aus Rhino importieren (z.B. Geometry, Point, Curve). Sie dienen als Schnittstelle zwischen Rhino-Objekt und GH-Definition.

Cluster

Eine Gruppe von Nodes, die zu einer einzigen Node zusammengefasst wird. Vergleichbar mit einer Funktion in Code. Ermöglicht Wiederverwendung und verbessert die Lesbarkeit.

DATEN & STRUKTUR

Data Tree

Grasshoppers Datenstruktur. Ein Baum hat mehrere Branches (Äste), jeder mit eigenem Pfad {0;0}, {0;1} etc. Viele Operationen erzeugen automatisch Bäume, z.B. bei verschachtelten Schleifen.

Branch / Ast

Ein Pfad im Datentree, der eine Liste von Elementen enthält. Pfade werden in geschweiften Klammern geschrieben: {0}, {0;1}, {0;1;2} usw. Path Mapper erlaubt Umstrukturierung.

Flatten

Alle Branches eines Datentrees werden zu einer einzigen Liste zusammengeführt. Die Baumstruktur geht verloren. Nützlich, wenn alle Elemente gleich behandelt werden sollen.

Graft

Jedes einzelne Element bekommt seinen eigenen Branch. Aus einer Liste mit 5 Items wird ein Baum mit 5 Branches. Graft erhöht die Komplexität, ermöglicht aber feinere Kontrolle.

Simplify

Entfernt überflüssige führende Pfad-Ebenen aus dem Datentree. Aus {0;0;0} und {0;0;1} wird {0} und {1}. Macht den Baum lesbarer ohne Daten zu ändern.

Path Mapper

Ermöglicht benutzerdefinierte Umstrukturierung von Datentrees über Pfad-Muster. Sehr mächtig für komplexe Verschachtelungen. Syntax: {A;B} → {B;A} tauscht Ebenen.

Entwine

Kombiniert mehrere Listen/Trees in einen gemeinsamen Datentree mit separaten Branches pro Eingang. Gegenteil von Merge (der alles auf eine Ebene bringt).

Weave

Verwebt mehrere Listen nach einem Pattern abwechselnd zusammen. Z.B. Pattern {0,1} nimmt abwechselnd aus Liste A und Liste B. Flexibel für gemischte Datensätze.

GEOMETRIE-KONZEPTE

Plane / Ebene

Ein lokales Koordinatensystem mit Origin (Ursprung), X-Achse und Y-Achse. Fast alle geometrischen Primitiven brauchen eine Plane als Referenz für Position und Orientierung.

Domain / Domäne

Ein Zahlenbereich von einem Minimum bis einem Maximum, z.B. {0.0 to 1.0}. Kurven, Flächen und andere Geometrien haben Domains, die mit Remap oder Evaluate ausgewertet werden.

NURBS

Non-Uniform Rational B-Spline – das Kurven- und Flächenformat, das Rhino und Grasshopper intern verwenden. Degree (Grad) bestimmt die Glätte: Degree 1 = Polylinie, Degree 3 = glatte Kurve.

Brep

Boundary Representation – ein Volumenkörper oder eine offene Flächengeometrie, die aus Flächen, Kanten und Punkten besteht. Solid Union/Difference/Intersection arbeiten auf Breps.

Mesh

Polygonales Netz aus Vertices, Edges und Faces. Schneller bei komplexen Formen als NURBS. Viele Plugins (Weaverbird, Kangaroo) arbeiten primär mit Meshes.

Bake

Überträgt Grasshopper-Geometrie dauerhaft in das Rhino-Dokument. Die Verbindung zur GH-Definition wird dabei getrennt. Rechtsklick auf Node → Bake oder über Custom Preview.

WICHTIGE OPERATIONEN

Remap Numbers

Skaliert Zahlen von einem Quellbereich auf einen Zielbereich. Beispiel: Temperaturdaten 0–100 auf Radius 1–10 umrechnen. Unverzichtbar für parametrische Steuerung.

Dispatch

Teilt eine Liste anhand eines Boolean-Patterns in zwei Ausgabelisten auf. True-Items gehen in Output A, False-Items in Output B. Equivalent zu einem Filter.

Cull Pattern

Entfernt Elemente aus einer Liste basierend auf einem sich wiederholenden Boolean-Pattern. Pattern {True, False} behält jeden zweiten Wert. Sehr nützlich für Raster-Filtrierung.

Loft

Erzeugt eine Fläche durch mehrere Kurvenprofile. Die Kurven definieren den Verlauf der Fläche. Mit „Closed" entsteht ein geschlossenes Loft, mit „Loose" ein weniger kontrolliertes Ergebnis.

Orient

Transformiert Geometrie von einer Quell-Plane auf eine Ziel-Plane. Bewegt, rotiert und skaliert alles gleichzeitig, sodass das Objekt in der Zielplane gleich ausgerichtet ist wie in der Quellplane.

Voronoi

Teilt ein Gebiet anhand von Punkten in Zellen auf, sodass jede Zelle den Bereich näher an „ihrem" Punkt umfasst als an anderen. Klassisches Muster für Fassaden und organische Strukturen.

Wann nutze ich welche Node?

Denke zuerst in Absichten: erzeugen, analysieren, verändern, filtern, darstellen. Die Kategorie ist meist wichtiger als der genaue Name.

Typische Reihenfolge

Input → Geometrie erzeugen → analysieren → transformieren → filtern → darstellen. Gute Skripte lesen sich wie ein kleiner Bauplan.

Fehlersuche

Panels, Point List, Param Viewer und temporäre Preview sind deine Taschenlampen. Erst Daten prüfen, dann Geometrie verdächtigen.

Rechtsklick merken

Flatten, Graft, Simplify, Reverse und Reparameterize lösen viele scheinbar mystische Probleme. Meist liegt der Fehler im Datenbaum.

Datentypen

Number, Integer, Boolean, Text, Point, Vector, Plane, Line, Circle, Curve, Surface, Brep, Mesh, Colour – jede Node hat typisierte Ein- und Ausgaben.

Null & Fehler

Null-Werte entstehen, wenn Geometrie nicht erzeugt werden kann. Dispatch, Cull Pattern oder Replace Items helfen, Nulls aus Listen zu entfernen.

Cluster

Cluster kapseln wiederverwendbare Logik. Ähnlich wie Funktionen in Code. Über Datei speichern und in anderen Definitionen einbinden.

Performance

Data Dam bremst den Solver. Disable Preview bei komplexer Geometrie. Weniger Nodes = schneller. Cluster und Params statt roher Geometrie-Pipelines.